MOBIlity assessment with modern TEChnology in older patients’ real-life by the General Practitioner (MOBITEC-GP)

Hintergrund

Der Erhalt körperlicher Funktionsfähigkeit spielt insbesondere im höheren Lebensalter eine wichtige Rolle, um chronischen Erkrankungen vorzubeugen oder deren Fortschreiten zu verhindern. Mobilität, ein zentraler Bestandteil der körperlichen Funktionsfähigkeit, hat eine hohe Vorhersagekraft für gesundheitsbezogene Konsequenzen, wie beispielsweise die Einweisung in ein Pflegeheim oder die Sterblichkeit. Das frühzeitige Erkennen einer Verschlechterung der Mobilität eröffnet die Möglichkeit, zu intervenieren und entsprechende Massnahmen zu ergreifen. Moderne Technologien wie das Global Positioning System (GPS) und die Akzelerometrie bieten die Möglichkeit, die Mobilität älterer Personen über die Zeit zu verfolgen. Vorteile dieser Messtechniken liegen darin, dass die Mobilität älterer Menschen im realen Umfeld und in Interaktion mit ihrer Umgebung erfasst werden kann und dass diese Technologien in jedem modernen Smartphone integriert sind.

Ziel

Übergeordnetes Ziel des Projektes war es, Hausärzten/-innen eine Smartphone-basierte Methode zur Messung der Mobilität ihrer älteren Patienten/-innen zur Verfügung zu stellen. Neben der Entwicklung der neuen Applikation sollten im Projekt deren Reliabilität, Validität und Anwendbarkeit in der hausärztlichen Praxis geprüft werden.

Vorgehen

In enger Kooperation mit dem Geographischen Institut der Universität Zürich (Prof. Dr. R. Weibel), dem Universitären Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel (Prof. Dr. A. Zeller) und dem Gerontology Research Center der Universität Jyväskylä (Prof. Dr. T. Rantanen) wurde in einem mehrphasigen Prozess eine entsprechende Smartphone-Applikation (s. Ressourcen) entwickelt, die die Gehgeschwindigkeit sowie die räumliche Mobilität unter Alltagsbedingungen erfasst. Nach der ersten Entwicklungsphase wurden zunächst die Reliabilität und Validität der Applikation geprüft. Nach der zweiten Entwicklungsphase wurden die Anwendbarkeit im Alltag und die Akzeptanz seitens Patienten/-innen und Hausärzten/-innen untersucht.

Ausblick

Die neue Applikation soll es Hausärzten/-innen ermöglichen, Einschränkungen der funktionellen oder räumlichen Mobilität ihrer Patienten/-innen frühzeitig zu erkennen, so dass Lebensqualität und Selbständigkeit der Patienten/-innen möglichst lange erhalten werden können.

Projektleitung

PD Dr. Timo Hinrichs (Principal Investigator; Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit, Universität Basel)

Prof. Dr. Robert Weibel (Leitung technische Entwicklung; Geographisches Institut, Geographic Information Systems Unit, Universität Zürich)

Projektkoordination

Dr. Eleftheria Giannouli (Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit, Universität Basel)

Projektpartner

Prof. Dr. Haosheng Huang (Department of Geography, Ghent University, Belgium)

Dr. Denis Infanger (Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit, Universität Basel)

Prof. Dr. Erja Portegijs (Human Movement Sciences, University of Groningen)

Prof. Dr. Arno Schmidt-Trucksäss (Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit, Universität Basel)

Prof. Dr. Taina Rantanen (Faculty of Sport and Health Sciences & Gerontology Research Center, University of Jyväskylä)

Prof. Dr. Andreas Zeller (Universitäres Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel, Universität Basel)

Förderung

Velux Stiftung, Projekt-Nr. 1155

Laufzeit

2018-2021

Publikationen

Giannouli E, Hinrichs T: Messung der Mobilität älterer Menschen – Smartphone-App unterstützt primäre Gesundheitsversorgung. pt – Zeitschrift für Physiotherapeuten 2021, 73:26-9.

Hansen C, Giannouli E, Fleiner T: Geriatrie 4.0. pt – Zeitschrift für Physiotherapeuten 2021, 72(7):31-5.

Münch M, Weibel R, Sofios A, Huang H, Infanger D, Portegijs E, Giannouli E, Mundwiler J, Conrow L, Rantanen T, Schmidt-Trucksäss A, Zeller A, Hinrichs T: MOBIlity assessment with modern TEChnology in older patients’ real-life by the General Practitioner: the MOBITEC-GP study protocol. BMC Public Health 2019, 19(1):1703.